Regenrückhaltebecken abdecken: Algen, Geruch und Mücken vermeiden

Regenrückhaltebecken sind unauffällige Bauwerke – bis sie auffallen. Dann liegt eine Algenschicht auf dem Wasser, aus der Richtung des Beckens kommt ein Geruch, oder Anwohner beschweren sich über Mücken.

Das Grundproblem ist bauartbedingt: Ein offenes Becken mit stehendem, nährstoffreichem Wasser, das über Wochen in der Sonne liegt, ist ein idealer Lebensraum. Eine Abdeckung setzt genau dort an.

Warum offene Rückhaltebecken Probleme machen

Vier Effekte treten regelmäßig zusammen auf:

Algen. Niederschlagswasser von Straßen und Dächern trägt Nährstoffe ein. Zusammen mit Sonnenlicht und stehendem Wasser entsteht in den Sommermonaten eine Algenblüte – optisch unschön und beim Abbau sauerstoffzehrend.

Geruch. Wenn der Sauerstoff im Wasser knapp wird, laufen Abbauprozesse ohne ihn weiter. Das Ergebnis riecht, und zwar bis in die angrenzende Bebauung.

Mücken. Stehendes Wasser ohne Strömung ist Brutfläche. Bei Becken in Siedlungsnähe ist das der Punkt, an dem aus einem technischen Bauwerk ein Beschwerdethema wird.

Vögel. Offene Wasserflächen ziehen Wasservögel an. Deren Kot trägt zusätzliche Nährstoffe ein und verstärkt damit genau den Kreislauf, der die Algen begünstigt – bei Becken im Umfeld von Flugplätzen kommt die Vogelschlagproblematik hinzu.

Die Prozesse verstärken sich gegenseitig: Mehr Nährstoffe bedeuten mehr Algen, mehr Algenabbau bedeutet weniger Sauerstoff, weniger Sauerstoff bedeutet Geruch.

Was eine Abdeckung an Rückhaltebecken schwierig macht

Der naheliegende Gedanke ist eine feste Abdeckung. An Regenrückhaltebecken scheitert sie meist an einer Eigenschaft, die das Bauwerk gerade ausmacht: Der Wasserstand schwankt erheblich.

Genau dafür ist das Becken gebaut. Nach einem Starkregen füllt es sich binnen Stunden, danach läuft es gedrosselt wieder ab. Zwischen Trockenwetter und Vollstau liegen oft mehrere Meter.

Eine starre Abdeckung müsste diese Spanne mitmachen. Entweder sie liegt bei niedrigem Pegel auf dem Beckenboden auf, oder sie wird bei Vollstau angehoben und belastet ihre Befestigung. Dazu kommen Zulauf, Drosselorgan und Notüberlauf, die frei bleiben müssen.

Betonböschung eines Rückhaltebeckens mit Wasserstandslinien, Abdeckkugeln liegen auf der Wasseroberfläche

Schwimmende Abdeckkugeln: warum sie hier passen

Abdeckkugeln sind hohle Kunststoffkugeln, die lose auf die Wasseroberfläche geschüttet werden. Sie ordnen sich selbstständig zu einer dichten Schicht und bedecken rund 91 Prozent der Fläche – mehr ist zwischen runden Körpern geometrisch nicht möglich.

Für Rückhaltebecken ist die entscheidende Eigenschaft eine andere als die Dichte: Die Schicht folgt dem Pegel. Sie steigt beim Einstau mit und sinkt beim Ablaufen wieder ab, ohne Mechanik und ohne Befestigung. Was an einer starren Abdeckung das Hauptproblem ist, entfällt hier vollständig.

Daraus ergeben sich die Wirkungen:

  • Lichtentzug: Ohne Sonnenlicht fehlt dem Algenwachstum die Grundlage. Die Hintergründe dazu stehen im Beitrag zur Algenprävention mit Hohlkugeln.
  • Geruchsminderung: Die geschlossene Schicht begrenzt den Austausch zwischen Wasseroberfläche und Luft.
  • Mückenschutz: Die bedeckte Oberfläche steht als Brutfläche nicht mehr zur Verfügung.
  • Vogelabwehr: Die Fläche wird für Wasservögel als Landeplatz unattraktiv. Bei Becken im Umfeld von Flugplätzen ist das der eigentliche Anlass – dazu gibt es die Bird Balls.
  • Verdunstungsschutz: Bei Becken, deren Wasser weitergenutzt wird, kommt die reduzierte Verdunstung hinzu. Die Größenordnung zeigt der Verdunstungsrechner.

Was bei der Planung zu klären ist

Zulauf und Ablauf. Dort, wo Wasser einströmt oder abgezogen wird, sammeln sich die Kugeln sonst an. Eine Randbegrenzung oder ein Schwimmring um das Drosselorgan hält den Bereich frei. Dieser Punkt gehört an den Anfang der Planung, nicht ans Ende.

Notüberlauf. Die Kugeln schwimmen auf. Bei Überlauf muss konstruktiv sichergestellt sein, dass sie nicht mit abgeführt werden – eine Tauchwand oder ein Gitter vor dem Überlauf löst das.

Böschungsneigung. Bei flach geböschten Erdbecken verändert sich die Wasserfläche mit dem Pegel stärker als bei steilen Betonbecken. Die Menge richtet sich nach der Fläche beim üblichen Betriebswasserstand, nicht nach der maximalen Einstaufläche.

Zugänglichkeit für die Unterhaltung. Die Schicht lässt sich beiseiteschieben und schließt sich danach von selbst. Für Kontrollgänge und Räumung ist das kein Hindernis, sollte aber mit dem Betriebspersonal abgestimmt sein.

Abgrenzung zu anderen Beckentypen

Die Lösung ist nicht auf Regenrückhaltebecken beschränkt, die Randbedingungen unterscheiden sich aber. Für Becken der Abwasserbehandlung gilt der Beitrag zur Klärbecken-Abdeckung; für Prozess- und Industriebecken mit chemischer Belastung ist die Materialauswahl entscheidend – dazu finden Sie die Angaben bei den technischen Abdeckkugeln.

Beratung für Ihr Becken

Welche Kugelgröße, welches Material und welche Menge zu Ihrem Becken passen, hängt von Fläche, Pegelspanne und Nutzung ab. Für Kommunen und Betreiber bespricht Torben Steinfeld-Schinkel die Auslegung mit Ihnen – kostenlos und unverbindlich.

Sie erreichen uns unter info@euro-matic.de oder +49 5542 93290.

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